Aromatherapie in der Antike – Griechenland



Aromatherapie in der Antike – Griechenland
Eine interessante Seite des griechischen Wesens sind die vielen Mythen, die von der Verwandlung von Göttern und Menschen in Pflanzen oder Bäumen sprechen. Gerade den duftenden Pflanzen wurde oft ein göttlicher Ursprung zugeschrieben. Narzissus und Hyazinthos wurden in die gleichnamigen duftenden Blumen verwandelt. Philemon und Baucis, das Ehepaar, welches den Gott Hermes bewirtet hatte, wurden in eine Eiche und eine Linde verwandelt. Ovid erzählt in den Metamorphosen, wie Weihrauch und Myrrhe entstanden. Apollo liebte einst Leucothoe, die ihr Vater lebendig begraben ließ. Unfähig sie zins Leben zurück zu holen, goß ihr der Gott Nektar über ihren Körper und verwandelte sie dadurch in einen Weihrauchstrauch.
Die Geschichte der Myrrhe ist ebenfalls recht dramatisch. Myrrha, die Tochter des Königs Theias von Zypern, beging mit der Hilfe ihrer Amme Inzest mit ihrem ahnungslosen Vater.
Als er die Schmach erfuhr, wollte er sie töten, sie floh jedoch nach Arabien und wurde dort in einen Myrrhenstrauch verwandelt. Der Myrrhenstrauch gebar unter Schmerzen den Adonis, der in den Adonisgärten, das sind schnell welkende Blumen, und Sommerfesten weiter lebte.

Die Götter wurden von den Sterblichen an ihrem Wohlgeruch erkannt. Sie ernährten sich von Ambrosia und Nektar, die in erster Linie aus Duft bestanden. Ambrosia und Nektar waren heilkräftig, sie machten sogar unsterblich, wenn Götter damit salbten. Demeter, die Göttin der fruchtbaren Erde, salbte Demophon  und die Nymphe Thetis ihren Sohn Achilleus. Nur die berühmte Archilles-Ferse, sein verwundbare Stelle, hatte sie vergessen.

Die Griechen glaubten, das die Götter wohlriechende Speisen und Getränke über alles liebten und das alles, was sie berührten, Wohlgeruch annehme. Die Gegenwart eines Gottes wurde deshalb zuerst oft durch den Geruch verkündet. In einem Drama des Sophokles erkennt der sterbende Hippolites Artemis an ihrem Wohlgeruch. Pherecrates lässt in der Komödie „Tyrannis“ einen der Götter sagen, das Zeus den Himmel schuf, um die Götter davon abzuhalten, ständig um die wohlriechenden Altäre herum zu streichen.

Parfums waren anfangs das geheime Eigentum der Aphrodite, bis ihre Magd, die Nymphe Aeone, das Geheimnis an die Menschen verriet. Bei Homer erscheint Aphrodite in Weihrauchwolken und schon ihre Geburt am Strand von Paphos auf Zypern war von Wohlgerüchen begleitet.

Die griechische Literatur  gibt viele Beispiele dafür, das den Duftstoffen von den Griechen für das Liebesleben eine große Bedeutung zugemessen wurde. Sappho erwähnt in der Schilderung der Heirat von Hector und Andromache, dass mit Zimt geräuchert wurde. Es war üblich, vor dem Einzug der Braut in das eigene Haus die Türpfosten zu salben  und in den Räumen wurden Blumen ausgelegt. Die Heilkraft von Zimt wurde in letzter Zeit wieder entdeckt und wird für das allgemeine Wohlbefinden empfohlen. Mit Zimt lassen sich auch die leckersten Gerichte zubereiten, nicht nur zu Weihnachten.

Alljährlich fanden große Feste statt, wie das in Eleutherae im Tempel des Zeus, wo Weihrauch in riesigen Duftwolken zum Himmel stieg. Die Statuen der Götter wurden regelmäßig gesalbt. In einer Fabel aus dem ersten Jahrhundert neuer Zeit fragt ein Hund den Hermes, ob er seine Statue gesalbt haben möchte. Worauf Hermes, der die Gewohnheiten der Hunde kannte, dankend ablehnte.

Im Geruch der pflanzlichen Zubereitung lag ihre magische Kraft. Medea, die Zauberin, gab Jason eine magische Salbe, die ihm half, das goldene Vlies zu gewinnen. Medea die viel von der Zubereitung aromatischer Pflanzen verstand, drehte sich in einem Drama von Euripides von ihrem Gebräu weg, um nicht selber seinem Zauber zu verfallen.

Die frühesten Zeugnisse griechischer Medizin finden sich bei Homer, der im 8.Jahrhundert v. Chr. in Kleinasien lebte. Ilias und Odyssee lassen erkennen, das es zwei Arten von Ärzten gab, den Wundarzt, der auf Kriegszügen die Wunden der Krieger versorgte, und den Priesterarzt oder die Priesterin.

„Aber nachdem er die Wunde besehen, wo der bittere Pfeil ihm eindrang, sog er das Blut und salbte mit linderndem Balsam, den sein Vater empfing vom befreundeten Chiron“. An dieser Stelle im 4. Gesang der Illias versorgte der Arzt Machaon, ein Sohn des Asklepios, die Wunde des Menelaus.

Das Werk Homers zeigt, das Salböle häufig zur Heilung von Verletzungen verwendet wurden. Zu den Asklepios-Heiligtümern gehörten großzügig angelegte Kuranstalten mit Heilquellen, Kurhaus, Theater, Wandelgängen und Parkanlagen. Am berühmtesten war das Heiligtum in Epidauros, wo über dem Tempel stand. „Rein sei Jeder, der tritt in den weihrauchduftenden Tempel. Rein aber heißt, wer im Sinn heilige Gedanken nur hegt“.
Nach einer Vorbereitungszeit mit Fasten und reinigenden Bädern legte sich der Kranke zum Tempelschlaf, der „Inkubation“ nieder. Im Traum erschien ihm dann der Heilgott und salbte ihn. Manchmal leckte die begleitende Schlange oder der Hund die kranke Stelle. Später dann gab der Gott nur noch Anweisungen durch, die doch eher dem praktischen Verstand der Priesterärzte entstammten, als echter Inspiration.

Man ging jedes Jahr zum Heiligtum und traf dort „Gott und die Welt“. Für Bäder und Massagen wurden aromatische Pflanzenessenzen verwendet, das geht aus den gefundenen Aufzeichnungen hervor. Pythagoras und Empedokles haben die spirituelle Heilweise der frühen Griechen zusammen mit den Priesterärzten entscheidendgeprägt. Pythagoras der einige Jahre in Ägypten zugebracht und die chaldäische Zahlensymbolik kennen gelernt hatte, nannten seinen Schülern genaue Regeln für die Ernährung und Heilkunde.  Er lobte die Heilkraft von Dill und Beifuß. Empedokles aus Selinunt in Sizilien befreite Agrigent und Selinunt von üblen „Maismen“, den schädlichen Ausdünstungen und rettete die Städte vor drohenden Epedemien.

Hippokrates, der legendäre Vater der abendländischen Medizin, über dessen Leben nur wenig bekannt ist, hat in seinen Schriften, die nur zu einem kleinen Teil vob ihm selber geschreiben sind, ausdrücklich auf den medizinischen Wert von Räucherungen und Kräuterdämpfen hingewiesen. In den hippokratischen Schriftensammlungen sind ein ganze Reihe aromatischer Heilpflanzen und Baumharze angegeben, darunter Storax, Mastix, Myrrhe, Weihrauch, Thymian und Bernsteinharz. Selbst in der Tiermedizin wurden Räuchersubstanzen wie Kiefernharz, Oppoponax, Galbanum und Kolophonium, der Destillationsrückstand von Fichtenharz, verwendet. Hippokrates soll in Athen die Pest durch Räucherungen mit Wacholderharz vertreiben haben. Das ist sicherlich eine Legende der alexandrinischen Zeit, doch Räucherungen gegen die Pest und andere Epedemien waren damals durchaus üblich.
Heute nützen wir die Essenzen ja ähnlich, um schlechte Gerüche zu vertreiben oder zur Entspannung eine harmonische Atmosphäre her zu stellen. Um innere Unruhe mit einem schönen entspannenden Duft zu beruhigen, um eine Erkältung abzuwehren. Denn Krankheiten vorzubeugen und frühzeitig ihren Ablauf zu erkennen, waren wichtigste Anliegen der griechischen Medizin. Die Ärzte empfahlen, in Allem das rechte Maß zu finden, dazu  viel Bewegung und frische Luft. Da die Schönheit des Körpers als Ausdruck geistiger Harmonie galt, verwandten die Griechen viel Zeit auf die Körperpflege. Auf Vasenbildern ist das Einölen der Männer in der Palästra, der Übungshalle für den Ringkampf, dargestellt. Das Tragen der Salbenfläschchen, „Aryballus“ genannt, war geradezu ein Merkmal der Palästriten.

Ein Problem hat die Griechen wie kein anderes beschäftigt: Der Kater nach dem Gelage.
Die Reihe der erprobten Hausrezepte ist endlos lang. Am beliebtesten waren Kränze aus Rosenblättern, Myrten und anderen duftenden Blütenblättern. Gegen übermäßige Trunkenheit sollten Veilchen helfen und Myrrhen und allerlei Harze wurden dem Wein zugesetzt, wie es heute noch beim griechischen Retsina gemacht wird.

Athen wurde trotz gelegentlicher Einfuhrverbote und Beschränkungen, zum Zentrum der Parfümherstellung, wie Paris und Mailand es heute sind. Berühmte Parfumeure boten ihre Kreationen an, die unter ihrem Namen verkauft wurden. Megallus lebte zur Zeit Alexanders ges Großen und war der Erfinder des „Megaleion“, eines sehr teuren Öles, das unter anderem Cassiazimt, Harze und Myrrhe enthielt. Als Grundlage diente ein ägyptisches Fruchtöl, „Balanus“ genannt, dem verjüngende Wirkung zugeschrieben wurde. Doch auch die Heilwirkung der Öle war noch nicht vergessen. Megaleion z.B. diente ebenso zur Behandlung entzündeter Wunden. Die Herstellung der Öle war ein langwieriger Prozeß, der viel Feingefühl erforderte und nur von ausgebildeten Kräften ausgeübt wurde. Zuerst kochte man die schwachduftenden Pflanzenteile. Der Kochvorgang nannte sich Stypsis und die schwachduftenden Aromaten hießen Stymmata.  Darauf wurden die Duftstoffe hinzu gegeben, die dem Öl seinen eigentliche Geruch verliehen. Sie wurden Hedysmata genannt. Es gab 2 Arten von Hedysmata, die zarten frischen Blüten und Früchte wurden in kaltem Öl ausgezogen. Die zweite Gruppe, die oft aus schweren orientalischen Duftstoffen bestand, wurde offenbar in Öl gekocht.

ippokratus, der legendäre Vater der abendländischen Medizin, über dessen leben nur wenig bekannt ist, hat in seinen Schriften, die nur zu einem kleinen Teil von ihm selbst geschreiben sind, ausdrücklichHippo

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